Die Straße der Kasbahs
Obstgärten, Felder, Palmenhaine und Rosengärten: Im Großen Süden, wo es Sand gibt, so weit das Auge reicht, bilden sie den Lauf des Lebens. Ihre Ufer formen ein langes fruchtbares Band, an dem entlang die Menschen Wunder vollbringen. Dies sind die Oueds Drâa, Dadès und Ziz. Hier wechseln völlig unterschiedliche Landschaften einander ab: heißer Sand - schneebedeckte Bergkämme; schwindelerregende Canons - sattgrüne Ebenen. Und überall ragen aus Palmenhainen, hoch oben auf rötlich schimmernden Felsen, ver einem smaragdgrünen See, prachtvolle Kasbahs hervor. Von zauberhafter Schönheit zeigen sich Erdzitadellen, Ksour und die sandfarben befestigten Dörfer. Dies sind die Täler des Drâa, Dadès und des Ziz. Verlassen Sie den Lauf der Oueds, begeben Sie sich wieder in den Lauf der Zeit: Schlagen Sie die Straße der Kasbahs ein.
DAS DRAA-TAL

Der Drâa entspringt im Hohen Atlas und bahnt sich mühsam seinen Weg bis Agdz (gesprochen: Agades). Ab da bietet er jedoch ein völlig anderes Bild: Er ist Lebensgrundlage fûr einen eindrucksvollen 200 Kilometer langen Saum von Oasen. In Mhamid angekommen, verliert sich der ehemals längste Fluß Marokkos im Sand. Auf nach Agdz! Von diesem Örtchen aus, das von seiner Zitadelle, seinem kleinen roten Fort und dem sonderbaren Kamm des Djebels Kissane geprägt ist, geht der Weg weiter entlang des Oued Drâa. Die Natur triumphiert über die Wüste und pràsentiert sich farbenfroh. Dattelpalmen voller gelber Früchte, blühende Lorbeerbäume, braune, graue, beigefarbene Berge, die sich aus ockerfarbener Erde erheben. Unzählige sandfarbene Ksour, die wie Fata Morganas erscheinen. Darunter liegt Tamenougalt, einer der typischsten Ksour und ehemalige Hauptstadt der Berber; der Ksour Igdaoun mit seinen hohen Türmen in Form von Pyramidenstümpfen; die Kasbah von Tinzouline…
DAS DADES-TAL

Entsprungen im Hohen Atlas, versorgt der Oued Dadès eine Reihe von Oasen. Dort befinden sich die “Tausend Kasbahs” des Tals. Sein grünes Band wird ab Boumalne vom Gebirge begrenzt. Doch der Oued bahnt sich seinen Weg durch dicke Blöcke aus Kalk. Die steilen Wände des Tals rücken näher zusammen und münden in die Schlucht von Dadès. Die Oase Skoura wurde im 12. Jahrhundert von Yacoub el Mansour gegründet und bietet ein bezauberndes Vorspiel zum “Tal der Tausend Kasbahs” mit el Kabbaba, Dar Aïchil, Dar Aït Souss und Amerhidil, der schönsten von allen… Der Weg führt von Gärten mit Palmenhainen bis zu den unzähligen Rosen, die den schönsten Garten des Tals, El Kelaa M’Gouna, mit ihrem Duft erfüllen.
Oder Sie statten Azlag einen Besuch ab, wo 20 Schmiede - fast alle Bewohner des Dorfes - großartige kunstvolle Dolche herstellen, Einen Besuch wert sind auch die ehemalige Kasbah des Paschas al-Glaoui, die auf einem Felsen ruht, oder die prächtige Kasbah von Hou Taghrar, Achten Sie in der Schlucht von Dadès auf den großen Kalkblock, der von einem Säbelhieb gespalten wurde. In dieser schroffen, zerklüfteten Umgebung verbinden sich die Kasbahs mit den Farben der Felsen: Malve, Rot, Fahlgelb und Purpur. Der Weg wird zu einem Pfad, führt über den Dadès, windet sich in Serpentinen einen schwindelerregenden Canon empor und dringt in eine abgeschiedene Region vor: das atemberaubende Areal der Vögel und Mufflons! Auch die Todra-Schlucht ist eine Reise wert. Von Tinerhir aus legt man etwa 50 Kilometer zurück und kommt… ans Ende der Welt. Zwei 300 Meter hohe, steile Felswände, zwischen denen ein enger Korridor von etwa 20 Metern liegt - ein unvergeßlicher Anblick.
DAS ZIZ-TAL

Der Ziz, im Hohen Atlas entsprungen, liegt eingebettet in eindrucksvolle Felswände. Er verläuft in der Nähe von Rich, fließt dann Richtung Süden, wo er den immensen Palmengarten von Tafilalet versorgt, und verlaüft sich schließlich im Sand bei Taouz. Nicht weit von Rich entfernt steht die Medersa von Sidi Salim. Dieser Weise besaß die außergewöhnliche Fähigkeit, jeden Freitag die Reise nach Mekka und zurück zu bestreiten. Wenn Sie nicht die extreme Schnelligkeit eines Sidi Salim besitzen, werden Sie einige Zeit brauchen, um nach Erfoud zurückzukehren. Im Tal Ziz ist Wasser der Ursprung der Schönheit und zeigt den Weg in Richtung Wüste. Zunächst bietet der Oued Ziz ein eindrucksvolles Schauspiel. Er trotzt dem Kalkgestein und schafft einen langen, von hohen Palmen gesäumten Korridor, auf dem sich die Ksour und die erhabene Kasbah von Ifri erheben. Vor dem Staudamm Hassan Addakhil bildet er einen großen, smaragdfarbenen See. An den rötlichen, ockerfarbenen Ufern holen Frauen im Schatten der Aprikosenbäume Wasser.
Ein Stück weiter befindet sich die blaue Quelle van Meski. Sie, so sagt der Volksmund, mehre die Fruchtbarkeit. Junge Mädchen, deren Zöpfe mit Wollpompons, Muscheln, Bändern und Amuletten geschmückt sind, nehmen bei Kerzenschein in der Höhle ein Bad. Ziel der Fahrt ist das gewaltige Tor van Erfoud. In die eine Richtung öffnet es sich auf ein Meer von Palmen, in die andere auf riesige Sandfelder, die zu den ersten Dünen der Sahara gehören. Sie haben dem Wunsch, mach Merzouga zurückzukehren? - Nichts leichter als das: Nehmen Sie Kurs auf die Wüste!


































